Ein Olivenbaum von einer „Mažina“

„Ich warte bei Marana auf dich“, schrieb Lorenzo auf einen Zettel und gab ihn seiner Schwester, damit sie ihn heimlich Nina nach Fažana bringt. Die Vodnjaner mögen die Frauen von Fažana, sie beobachten sie von ihren Olivenhainen oberhalb von Fažana aus, aus denen es Zugänge zu den Stränden von Fažana gibt. Sie verabreden heimliche Treffen auf halbem Weg von Fažana nach Vodnjan.

Denn genau dort, unterhalb von Marana, steht ein Olivenbaum namens „Mažina“. Dies ist der einzige Olivenbaum, der einen Namen hat und so viele Früchte trägt, dass er allein eine „Mažina“, ein volles Maß für eine Ölmühle, füllt. Er ist riesig, verzweigt, mit einer üppigen Krone und gefurchter Rinde. Er steht dort seit Urzeiten. Der größte Ast ragt über die Straße und in der Sicherheit seines Schattens treffen sich die Frauen von Fažana und Vodnjan. Der Olivenbaum „Mažina“ ist ein stiller Zeuge ihrer heimlichen Liebe.

Die neue Zeit kümmert sich nicht um Romantik. Der Zweig wurde schließlich abgeschnitten, damit er nicht auf Präsident Titos Fahrzeugkolonne fällt, wenn er auf die Brioni-Inseln kommt. Vom Olivenbaum „Mažina“ ist nur die Hälfte der Krone erhalten, aber er ist immer noch der größte. Und er schweigt noch immer weise über die Geheimnisse der Liebenden von Fažana und Vodnjan.

Ein Olivenbaum von einer „Mazina